Ein wenig Geschichte und Biochemie zur revolutionären Buteyko-Atmung:


Von Kindesbeinen an hat man uns gelehrt, dass wir tief und kräftig atmen müssen, um auch die letzte Zelle unseres Körpers ausreichend mit lebens­wich­tigem Sauerstoff zu versorgen. Intensives Atmen, so hieß es weiter, reinigt den Körper von Kohlendioxid und Giftstoffen. So ist in unserem Bewusstsein verankert, dass wir eher zu wenig als zu viel atmen. Doch die Erfolge mit der von Prof. Dr. Buteyko entwickelten Atemmethode beweisen genau das Gegenteil. 


Viele Zivilisationskrankheiten gehen mit einem erhöhten Luftaustausch einher und bessern sich, wenn man weniger atmet. Besonders Asthmatiker, Patienten mit chronischer Bronchitis, erhöhter Infektanfälligkeit, Hypertoniker und Mi­grä­ne­patienten profitieren vom weniger atmen.  Der ukrainische Arzt Prof. Dr. Konstantin Buteyko war es, der in den 1950er Jahren die Theorie entwickelte, wonach weniger Atmen mehr an Sauerstoff in den Körper bringt. Bei For­sch­ungs­arbeiten zur Atmung Sterbender beobachtete er, dass sie umso intensiver atmeten, je näher sie dem Tode waren. Er konnte beweisen, dass ein geringerer Luftumsatz mit mehr Gesundheit verbunden ist.  Bei Asthmatikern zeigte sich beispielsweise, dass weniger atmen sie vor weiteren Anfällen schützte.


Die Übungen zielen darauf ab, dass weniger Sauerstoff eingeatmet und weniger Kohlendioxid abgeatmet wird. Doch warum soll es gesünder sein weniger zu atmen? Kohlendioxid (CO2) ist zwar ein Abfallprodukt der Atmung, aber dennoch für viele biosynthetische und regulative Vorgänge im Körper lebensnotwendig. Daher muss es in einem bestimmten Verhältnis zum Sauerstoff im Körper vorhanden sein. Sind zu viel Sauerstoff und zu wenig Kohlendioxid vorhanden, spricht man von einem Zustand der Hyperventilation. Durch den CO2-Mangel  aufgrund einer zu tiefen Atmung, verschiebt sich das Säure-Basen-Gleich­ge­wicht. Der pH-Wert steigt über das normale Maß, das Blut wird zu basisch. Der Fachmann spricht von„ respiratorischer „Alkalose“.  Kommt es zu einem CO2-Mangel, können sich glatte Muskeln, Bronchien und Blutgefäße verkrampfen. Dadurch wird die Durchblutung zusätzlich verschlechtert. Kalte Hände und Füße, aber auch Kopfschmerzen, Nervosität und Schwindel können die Folge sein. 



Weitere Symptome einer beschleunigten Atmung sind häufig Engegefühl im Brustkorb, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, ängstliche oder depressive Verhaltensmuster. Um sich vor dem CO2-Verlust zu schützen, verengt der Körper schließlich die Bronchien, lässt die Schleimhäute in Lunge und Nase anschwellen, Schleim wird produziert. 


Nach diesem medizinischen Modell von Prof. Buteyko sind Störungen, bei denen die Atmung behindert wird, wie chronischer Schnupfen(Rhinitis), Nasenpolypen, chronische Nasen­neben­höhlenentzündungen (Sinusitis) oft keine Krankheiten, sondern Schutz­maßnahmen des Körpers vor einem zu forcierten Atmen und dem damit ver­bundenen CO2-Verlust. Der russische Mediziner konnte beweisen, dass sich die „Störungen“ bessern ließen, wenn die Patienten die verdeckte Hyper­ven­tilation aufgaben und zu einer reduzierten Atmung zurückfanden.

Durch viele wissenschaftliche Untersuchungen  wird mittlerweile bestätigt, dass sich eine erhöhte CO2-Konzentration heilungsfördernd nicht nur auf  entzündliche Erkrankungen des Atmungstrakts auswirkt.

Ziel sollte es daher sein, die Atmung weniger zu vertiefen, um dem Asthma und anderen Beschwerden Einhalt zu gebieten. Was sich hier wie graue Theorie anhört, können Sie in meinem Coaching erlernen. Schon ab Beginn des Kurses  und des Erlernens der Buteyko-Atemtechnik können Sie beginnen die Medikamente nach Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt schrittweise zu reduzieren und im weiteren Verlauf ggfls. ganz absetzen.

Bei Interesse am Erlernen der Buteyko-Atemtechnik nehmen Sie bitte Kontakt mir mir auf.

Ich coache Sie im Einzel- oder Gruppenunterricht, oder auch gern online.


Ihr Atemcoach


Willy Schnietz